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Der Hecht (Esox lucius) ist ein einheimischer
Raubfisch und gehört zur Familie der Hechte (Esocidae). Der
wissenschaftliche Name Esox lucius heißt ins Deutsche übersetzt
„schillernder Wolf“.
Merkmale: Der Hecht hat einen lang
gestreckten, walzenförmigen und seitlich nur mäßig abgeflachten Körper. Der
relativ lange Kopf hat ein entenschnabelähnliches, oberständiges Maul. Die
Rücken- und Afterflosse sind weit nach hinten verlagert und ermöglichen
dadurch blitzartige Beschleunigungen und Wendemanöver.
Die Färbung variiert nach dem Lebensraum - der Rücken ist meist
grün-bräunlich, die Färbung wird bis zum weißen Bauch immer heller. Die
Kiefer sind mit Fang- und Hechelzähnen bewehrt, welche nach hinten gebogen
sind. Der Hecht besitzt 110 bis 130 kleine Schuppen entlang der Seitenlinie.
Die Durchschnittsgrößen liegen bei 50 bis 100 cm. Längen bis 150 cm oder
Gewichte von über 20 kg sind möglich. Die Maximallänge wird in der Regel nur
von Rognern erreicht, die Milchner erreichen meist nicht mehr als 90 cm.
Lebensräume: Der Hecht ist ein Standfisch und hält sich gerne
in Ufernähe der Fließgewässer, Seen und größerer Teiche auf. Er bevorzugt
Schilfränder und ähnliche Deckungsmöglichkeiten. Daneben gibt es aber auch
Hechte, die sich im Freiwasser größerer Seen aufhalten und dort zum Beispiel
Maränenschwärmen folgen (so genannte „Freiwasserhechte“). Hechte sind auch
im Brackwasser zu finden.
Ernährung:
Hechte fressen Fische aller Arten und scheuen dabei auch nicht
vor ihren eigenen Artgenossen zurück. Frösche, Vögel und kleine Säugetiere
gehören ebenfalls zu ihrem Beutespektrum. Der Hecht steht dabei in dem Ruf,
ein sehr aggressiver Raubfisch zu sein. Er besitzt den sogenannten
Schnappreflex und kann selbst einer durchs Wasser gezogenen Bananenschale
nicht widerstehen, sondern schießt hinterher und schnappt zu. So
verschlingen Hechte beispielsweise häufig die Küken von Teichrallen. Auch
der Fund von ausgewachsenen Teichrallen im Magen größerer Hechte ist belegt.
Ungewöhnlich ist der Fall, den Helmut Engler in seiner Monographie über
Teichrallen schildert (Literatur siehe dort): Ein nur 30 Zentimeter langer
Hecht hatte versucht, ein ausgewachsenes Teichrallenmännchen (Körperlänge
etwa 35 Zentimeter) zu verschlingen. Gefunden wurden die beiden toten Tiere
etwa 20 Meter vom Wasser entfernt, wobei die Teichralle mit Kopf und Hals im
Rachen des Hechtes steckte. Offenbar war es der Teichralle noch gelungen, an
Land zu fliehen, bevor beide Tiere dort erstickten.
Vermehrung:
Schon ab November des Vorjahres werden die Reviere der weiblichen
Hechte oft von Milchnern „belagert“, die untereinander immer aggressiver
werden, je näher die Laichzeit im nächsten Frühjahr rückt. Je nach
Wassertemperaturen beginnt die Laichzeit zwischen März und April und dauert
bis in den Mai hinein. Während der Laichzeit buhlen meist mehrere Männchen –
oft in heftigen Kämpfen – um ein Weibchen, aber nur ein Männchen kommt dann
zur Paarung. Während dieser Kämpfe, die zwar in erster Linie aus Rammstößen
bestehen, können sich die Hechte untereinander auch durch Bisse sehr stark
verletzen. Hechte sind Haftlaicher, das heißt die Eier haften an
Unterwasserpflanzen, Ästen oder ähnlichem an. Ein Rogner bildet ca. 40.000
Eier/kg Körpergewicht. Die Vermehrung erfolgt an bewachsenen Uferzonen und
auf überfluteten Wiesen. Milchner und Rogner können in der Größe stark
differieren. Damit die paarungswilligen Hechtmännchen keine Fressopfer der
Weibchen werden, haben diese während der Paarung eine Fresshemmung. Die
erlischt aber sehr schnell nach dem Laichen. Nicht selten wird dann das
kleinere Männchen vom Weibchen aufgefressen. Aus den Eiern schlüpfen nach 10
bis 30 Tagen Larven, die sich vermittels einer Kopfdrüse ans Substrat
kleben. In dieser Zeit zehren sie noch vom Dottersack, doch schon nach
kurzer Zeit schwimmen sie frei und stellen sich auf tierische Nahrung um.
Diese besteht anfangs aus Wasserflöhen, Hüpferlingen und anderem
Zooplankton. Aber schon mit einer Körperlänge von 2 cm jagen sie Fischbrut.
Die jungen Hechte wachsen sehr schnell und haben im ersten Jahr die
15-cm-Grenze erreicht. Männliche Hechte werden meist mit zwei, weibliche mit
vier Jahren geschlechtsreif. Das Höchstalter der Hechte liegt (in
Gefangenschaft) bei 30 Jahren.
Gefährdungssituation:
Der Hecht wird von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten
Liste gefährdeter Arten geführt. Allerdings sieht sie für diese
weitverbreitete Art keine bedeutenden Gefährdungen, wenn auch lokale
Bestände durch Lebensraumveränderungen bedroht sind. Sie stellt den Hecht
dementsprechend in die Kategorie „nicht gefährdet“ (Least Concern)[1].
Aquakultur: Hechte lassen sich wegen ihres aggressiven
Verhaltens untereinander nur schwer kultivieren. Wissenschaftler erzeugten
aus diesem Grund eine unfruchtbare Kreuzung aus den beiden Hechtarten
Muskellunge (Esox masquinongy) und dem Europäischen Hecht (Esox lucius).
Diese Tigerhecht genannte Hybride ist friedlich und lässt sich dichter in
Becken halten als andere Hechtarten.
Speisefisch:
Auch als Speisefisch ist der Hecht geschätzt, allerdings hat er
spitze Gräten (Y-Gräten, deren Entfernung durch die sehr geordnete
zweireihige Lage im Rücken aber kein größeres Problem darstellt), und
relativ trockenes Fleisch. Das liegt am geringen Fettgehalt, 100 g Hecht
enthalten etwa 372 kJ (90 kcal). Sein Fleisch wird vorzugsweise zu
Fischbällchen verarbeitet („Hechtklößchen“), damit er nicht so trocken ist
kann man ihn auch filetieren und sauer einlegen (ähnlich wie beim Hering).
Winterhechte angeln in Flüsse: Auch kleinere Flüsse können in der kalten
Jahreszeit gute Hechtreviere sein. Im Herbst folgt der Hecht seinen
Futterfischen in tiefere Gewässerregionen und steht dann am Rand der
Flussströmung. Durch das Ausloten der Flusskanten kann man die tieferen
Gumpen ermitteln. Jetzt beködert man eine Rute mit einem Köderfisch und legt
sie an der Tiefenrinne aus. Diese Suche zahlt sich meistens aus, weil dort
oft Winterhechte zu erwarten sind.
Tipp zum Hechtangeln in doppelter Kombination. Ein Spinnblatt
wird vor das Stahlvorfach und den Köderfisch befestigt. Man entfernt von
einem großen, leichten Spinner den Drillingshaken und schaltet ihn direkt
vors Vorfach. Die Hechte werden durch noch mehr Druckwellen auf diesen
Spinnfisch aufmerksam. Diese Methode ist besonders in Flüssen erfolgreich.
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